Seen, Schlösser & ein perfekter Ultratrailtag – KiniTrail 2017

20171111_095711Mäßiges Wetter, geile Trails, super Stimmung, fitte Muskeln, geniale Aussichten. Ein Tag, der sich allemal gelohnt hat. Der KiniTrail – das etwas andere Event!

Der KiniTrail wird von Chris Münzing – Laufsport Ulm – organisiert und ist ein Genusslauf über 54 km mit 1500 HM, allerdings keine offizielle Veranstaltung. Man ist zu 100 Prozent für sich selber verantwortlich und die Strecke ist nicht ausgeschildert. Organisatorisch ist das Event absolut top. Die Strecke gibt es als GPS-Track und nochmals in Textform. Unterwegs konnte man zweimal auf seine Dropbags zugreifen und es gab fünf Verpflegungsstellen. Diese waren so klasse, dass sie zum längeren Verweilen einluden. Kuchen, Tee, Brote, Süßes, Obst, Gemüse, Iso, Wasser, u.v.m. Das Wetter war relativ schlecht angesagt. Wir hatten Glück und erwischten selten etwas Nieselregen. Die Temperatur war kühl mit 2-6 Grad und der Wind hielt sich in Grenzen. Strecke.jpg

Sebastian, der Initialzünder zur Anmeldung für dieses Event, begleitete mich dorthin. Fünf Uhr klingelte der Wecker. Nach einem kleinen Frühstück ging es auf die Autobahn.
So standen also knapp 30 Läufer 7:30 Uhr am „Start“. Zwei weitere mir bekannte Ulmer Läufer waren auch dabei – Benny von WeRun4Fun und Andreas von MENSCHLÄUFT. Nach einer kurzen Ansprache von Chris begaben wir uns auf die Laufstrecke. Sebastian lief sein eigenes Tempo und war schnell aus meinem Sichtbereich. Es dauerte nicht lange, dann begannen schon die ersten sehr netten Gespräche. Die Strecke führte erst gemütlich zum Lech und dann an Füssen vorbei. Am Schlosspark war der erste leichte Anstieg. Kurz danach ist meine Gruppe etwas vom richtigen Weg abgekommen, sodass wir nicht mehr den Anschlusstrail erreichten, auf den wir hätten kommen sollen. Macht nix, auch unser Weg war sehr schön. Die ersten zehn Kilometer waren schnell vorüber. Nun gab es die erste Verpflegung. Jeder hatte eine eigene Tasse, sodass kein Müll entstand. Diese gab es im Ziel als Geschenk.20171111_083512

Im Anschluss ging es auf die erste Schlaufe zum Weißensee. Die Strecke um den See war abwechslungsreich, aber nicht sehr anspruchsvoll. Verlief schmal und neben Felsen am Wasser entlang. Es hatte sich eine größere Gruppe gebildet, welche sehr lange zusammenbleiben sollte, sich zwischendrin spaltete, wieder zusammenkam – ein ständiges Wechselspiel. Das empfand ich als eine sehr schöne Erfahrung. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, unterhaltsame Gespräche geführt, war so in meinem Tempo unterwegs und nie allein auf der Strecke.

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Der Trail bergauf nach dem Weißensee war sehr steil und im Gespräch lernte ich eine potentielle Swimrun-Partnerin kennen. Sehr cool. 😉

Zurück an der Verpflegung bei km 18 tankten wir die Reserven auf und begaben uns auf die nächste Schlaufe zum höchsten Punkt der Strecke – der Vier-Seen-Blick. Puh ja, es ging bergauf und das sehr steil. Wir folgten nicht dem Hauptweg sondern einem kleinen Steig. An der Salober Alpe gab es eine Mini-Verschnaufpause, ein Läufer lebte Leichtigkeit und schaukelte. Mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund ein geniales Bild. Ganz oben angekommen waren wir allerdings noch nicht. Auf einem  traumhaften Trail ging es weiter zum höchsten Punkt des Tages. 20171111_095303(0)

Ich muss wirklich hervorheben, dass die ausgesuchten Trails ein absoluter Traum waren. GENIAL! Sie waren aber auch anspruchsvoll, technisch und rutschig.20171111_100353

Am Vier-Seen-Blick angekommen konnten wie eine kleine Aussicht genießen. Immerhin mehr als Sebastian, der eine halbe Stunde vor uns an dieser Stelle war. (Siehe Unterschied Bilder:)

Es ging nun anspruchsvoll hinunter, gefolgt von flowigen Trails mit genialen Blicken auf die Berge. Zwischendrin wurden wir von unseren GPS-Geräten in die Irre geführt, sodass wir einen sehr anspruchsvollen Trail hinauf liefen, nach wenigen hundert Metern feststellen, dass wir falsch sind und wieder hinunterklettern durften. That’s adventure! 20171111_100153

Von der Salober Alpe ging es weiter bergab nach Vils. Nun mussten wir wieder zurück über den Berg zum Alatsee. Hoch und runter, hoch und runter. Die Devise des heutigen Tages.

Wieder am Verpflegungspunkt angekommen hatten wir nun Zugriff auf unsere Taschen. 25km waren bereits bewältigt. Ich wechselte meine Oberteile, was sich sehr gut anfühlte, da die alten mittlerweile durchgeschwitzt waren. Leider musste die Strecke geändert werden, da der Alprosenweg aufgrund von Baumfällarbeiten gesperrt war. Frisch gestärkt begab sich die Gruppe auf die nächsten Trails. Kurze Zeit später erwartete uns ein kurzer Klettersteig zur Länderscharte hoch. Egal wie anstrengend es war, es war genial! Ein Traum von Wegen. Oben angekommen ging es schnell schon wieder auf einem sehr rutschigen und anspruchsvollen Trail downhill. Wouha! IMG-20171111-WA0011

Weiter auf Trails ging es bis nach Bad Faulenbach. Unterwegs stürzte ein Mitläufer. Knie direkt auf Stein. Aua. Nach einer kurzen Gehpause konnten wir wieder rennen.

Dieses Gefühl, auf so vielen Trails unterwegs zu sein, sich beflügelt und trotz der Anstrengung leicht zu fühlen und so viele Eindrücke aufzunehmen, lässt sich kaum in Worte fassen. Für mich stand fest, dieser Tag ist einer der genialsten meines Lebens.  Zumal auch mit der Ernährung, den neuen Schuhen, der mentalen und auch körperlichen Fitness absolut alles gepasst hat.

Wir kamen nun am Lechfall an. Egal ob See oder Fluss. Die Farbe des Wassers war hier überall genial. Sehr einladend, eine Runde zu schwimmen 🙂

Kurz darauf kamen wir zu einer (fast) unbemannten Verpflegungsstation. Nach ein paar gesalzenen Nüssen folgten wir der angekündigten Umleitung über den Schwansee. Unter anderem ging es nun auch auf einem easy Weg bergab, wo ich es ohne Probleme mal so richtig laufen lassen konnte. Am 20171111_114844Schwanensee angekommen ging es auf die Suche nach dem Weg zum Alpsee. Nach vielen Schlaufen bergauf, darauf wieder bergab (wie sollte es anders sein), kamen wir am Alpsee an (34km). Ein absolutes Highlight. Der Weg hier war wirklich genial und sehr schnell zu laufen. Mein Mitläufer rutschte aus und holte sich ein anschwellendes Handgelenk. Mehr war glücklicherweise nicht passiert.  An einem tollen Punkt mit Blick auf Schloss Neuschwanstein genossen wir die Natur und füllten nochmal unsere Flaschen auf. Bis zur nächsten Station war es doch noch ein ganzes Stück. Hier wuchs unsere Läufergruppe wieder und wir begaben uns gemeinsam zum Aufstieg Richtung Schloss Neuschwanstein.

IMG-20171111-WA0010Zu Beginn war noch recht breit, wurde dann immer schmaler und technischer. Ein Mitläufer und ich rannten unserer Gruppe davon, holten recht bald eine andere Läufergruppe ein, deren wir uns anschlossen. Der obere Winterzugweg war ein toller Singletrail. Auch wenn man zwischendrin kurze Gehschritte einlegen musste und am Ende eine kurze, aber extrem steile Naturtreppe auf uns wartete. Nachdem wir eine gefühlte Ewigkeit auf Singletrails unterwegs waren, kamen wir nun an die Bushaltestelle von der Marienbrücke. So viele Menschen hatten wir seit vielen Stunden nicht mehr gesehen 😉 . Aber wir verließen den Zugangsweg schon sehr schnell und begaben uns lieber auf einen sehr anspruchsvollen Trail hinunter. Nochmal die Abbiegung verpassend, kamen wir alternativ wieder auf den richtigen Track zurück. Ab jetzt hieß es easy going. Die nächste Verpflegungsstation war schon greifbar nahe. Bis hier hin hatten wir bereits 44km in den Beinen. Die Distanzen schwankten, je nachdem wie oft man sich verlaufen hatte 😉 . Meine Uhr hatte zwischendurch kompletten Empfangsverlust, sodass bei meiner Distanz etwas fehlte. Nein, abgekürzt habe ich nicht 😉

Wir konnten hier auch wieder auf unsere Dropbags zugreifen und ich wechselte meine Inov8 hin zu meinen Fives. Das folgende Streckenuntergrund war sehr easy, sodass ich mir diese Wohltat gönnen könnte 🙂

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Zu dritt rannten wir den letzten Anstieg hoch. Dann an der Mühlberger Ach entlang bis zum Forggensee. Für einen meiner beiden Mitläufer wurde es nun immer härter. Aber nichts da, wir beenden das jetzt zu dritt! Wir reduzierten unser Tempo, ich gab ihm meinen Activator und dann ging es weiter am See entlang. Die Kilometer konnten wir nun runterzählen, bald ging es links weg, einen kleinen Hügel hoch, auf die Zielgerade. Hier setzte wohl die richtige Wirkung des Activators ein, denn der Mitläufer zog an uns vorbei und nahm nochmal richtig Tempo auf. Zu dritt rannten wir ins „Ziel“ und waren so richtig Happy 🙂

Direkt bekamen wir eine Schlossmedaille, eine Urkunde und ein Finisherbierchen vom Orga-Team überreicht. Wow! IMG_20171112_154802585

Um nicht auszukühlen ging es dann direkt in die Therme. Entspannen. Wooza.

Am Abend ließen wir den gelungenen Tag mit dem Orga-Team und anderen Teilnehmern in einer Gaststätte ausklingen.
WOW!
Dieses Event kann ich nur empfehlen! Es ist top organisiert, die Strecke absolut genial, ebenso die Verpflegung. Für die Teilnahmegebühr bekommt man wirklich etwas geboten. Neben der Streckenauswahl, der ausgezeichneten Verpflegung, den Geschenken, einem Startbeutel, ist auch die Therme inklusive. Für so eine tolle Organisation und Erlebnis spreche ich ein riesengroßes DANKESCHÖN aus.

Es war ein grandioser Tag. Bei mir hat einfach alles gepasst. Es gab keinen einzigen Moment, an dem ich körperlich oder mental auch nur einen Hauch von Gedanke hatte, die Strecke abzukürzen. Ich war im totalen Flow. Mit den Inov8 Trailtalon zu laufen war eine sehr gute Entscheidung. Mit den Fives über die gesamte Strecke wäre ich persönlich nicht glücklich geworden.

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Ich danke auch allen Mitläufern für den tollen Austausch und das gemeinsame Erleben! Ich hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr wieder 🙂 Zudem danke ich Sebastian, dass wir uns hier angemeldet haben und für seine Tipps in der Vorbereitung für den Lauf.

 

(Bilder von Sebastian & Markus)

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